Die vierte Moschee
Zumindest den aufgefundenen Karten nach ist die Moschee in München-Freimann neben Mekka, Jerusalem und Istanbul die viertwichtigste der islamischen Welt. In dieser vielseitig recherchierten, spannenden Geschichte versetzt der Autor ihre Ursprünge
in die Zeit des Nationalsozialismus, in der muslimische Emigranten für den Kampf gegen die Sowjetunion instrumentalisiert wurden. In den Nachkriegsjahren, in der die CIA diese Strategie, Religion als Waffe zu benutzen, fortführt, entsteht unter Mitwirkung bundesrepublikanischer und US-amerikanischer Stellen das islamische Zentrum in München-Freimann, ohne zu bemerken, dass die Muslimbruderschaft dabei die führende Rolle spielt und die Moschee als Brückenkopf für die Eroberung der westlichen Gesellschaft missbraucht. Dies ist zwar Geschichte, doch die Vorgänge mit all ihren Verzweigungen und das unkritische und naive Verhalten staatlicher Organe bleiben nach wie vor aktuell und lesenswert.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die vierte Moschee
Ian Johnson
Klett-Cotta (2011)
360 S.
fest geb.