Allererste Liebe
Die Autorin dieses informativen Sachbuchs, eine noch junge aber schon bekannte Wissenschaftsjournalistin, erläutert die immense Bedeutung der Schwangerschaft und ersten Lebensjahre für die Entwicklung eines Kindes: "(...) in dieser Zeit bildet sich
die Bindungsbeziehung heraus, die wichtige Schritte in der Entwicklung des Kindes einläutet. Ob nun die Gefühlsregulation, das Hirnwachstum, das Immunsystem, der frühe Spracherwerb oder das Sozialverhalten (...) Die Betreuungsqualität der ersten Lebensjahre legt das Fundament für spätere Entwicklungen." (S. 150) Vielerlei Vorzüge vereinigt dieses Buch: Zum einen vermittelt die Verfasserin - bei allem Praxisbezug - die z.T. komplizierten, oft kontrovers diskutierten wissenschaftlichen Befunde aus der Pränatalforschung, Entwicklungspsychologie und Hirnforschung in sprachlich allgemein verständlicher und dennoch zuverlässiger Sachlichkeit. Dabei belegt sie durch Einbeziehung der relevanten Literatur, dass sie sich auf dem neuesten Stand der Forschung befindet und schließlich vermeidet sie in ihrer klug abwägenden, auf das Erkenntnisinteresse ihrer Adressaten genau abgestimmten Analyse jegliche Polemik, was bei vielen durchaus umstrittenen Themenfeldern (Krippenerziehung, Frühförderung ...) nicht so selbstverständlich ist. - Man kann diesem Buch nur eine breite Leserschaft wünschen. Es dürfte viele in ihren Erziehungsbemühungen bestärken und manchen verunsicherten Eltern ein kluger Ratgeber werden.
Allererste Liebe
Anne-Ev Ustorf
Klett-Cotta (2012)
208 S. : Ill.
fest geb.