Freitags bei Enrico's
Anfang der 60er Jahre fangen in San Francisco vier junge Leute an zu schreiben und wollen berühmte Autoren werden. Ob und wie dies gelingt, erzählt Don Carpenter (bereits 1995 gestorben) in seinem unvollendeten Roman. Jaime und Charlie - Korea-Kriegs-Veteran
- heiraten und Charlie beschließt, keinen Abschluss zu machen. Doch Charlie bekommt einen Förderpreis und will seinen Kriegsroman vollenden. Dick gelingt es, eine seiner Geschichten für viel Geld an den Playboy zu verkaufen. Stan, der im Gefängnis zu schreiben beginnt, lebt von kleinen Diebstählen. Und auch Jaime fängt schließlich an, mehr nebenbei zu schreiben. Sie und Stan sind es, die den größten Erfolg erzielen, ihre Romane in die Bestsellerlisten bringen und auch die Filmrechte verkaufen können. Unstetes Leben, das Schreiben, Träume, Hoffnungen, Enttäuschungen, wechselnde Beziehungen bestimmen das Schicksal der vier. Das Netzwerk aus Agenten, Produzenten, Regisseuren und der Kulturszene prägt ihr Leben. Und immer wieder treffen sie sich in verschiedenen Konstellationen in Enricos Bar. - Die Figuren wachsen einem ans Herz und man wüsste zu gerne, wie deren Leben weitergeht. Ein Glück für den Leser, dass der bisher unvollendete Roman einen Bearbeiter gefunden und Veröffentlichung erfahren hat. Allen Büchereien sehr empfohlen. (Übers.: Bernhard Robben)
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Freitags bei Enrico's
Don Carpenter
Klett-Cotta (2017)
461 S.
fest geb.