Das Ministerium der Gärten und Teiche
Nach dem Tod des kaiserlichen Karpfenlieferanten Katsuro übernimmt dessen junge Witwe Miyuki die Aufgabe, die wertvollen Fische für die kaiserlichen Zierteiche in die Hauptstadt Heian-kyo zu bringen. Mit der wertvollen Fracht auf den Schultern macht
sich Miyuki auf die beschwerliche und gefahrvolle Reise quer durch Japan in die ferne Metropole. Doch als sie am kaiserlichen Hof ankommt und die Karpfen abliefert, wird es erst recht gefährlich für sie, denn unversehens gerät die einfache Dörflerin in die Mühlen der Ränke und Intrigen am kaiserlichen Hofe. Als sie in einem Wettbewerb um den besten aller Düfte einem Höfling hilft, gerät sie sogar in Lebensgefahr. So beschließt sie, schleunigst wieder in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Doch dort wartet das Grauen auf sie. - Didier Decoin gilt als einer der renommiertesten Autoren Frankreichs. Das beweist er auch mit seinem neuesten Roman, in dem er die Welt des mittelalterlichen Japan in wunderbaren Farben nachzeichnet. Die Geschichte der jungen Witwe Miyuki ist ebenso spannend wie poetisch, sinnlich wie dramatisch. Ein wenig schade ist es da, dass die Übersetzung von Michael von Killisch-Horn, der immer wieder für das mittelalterliche Sujet zu moderne Begriffe verwendet, dem Original nicht in jeder Form gerecht wird. Dennoch das richtige Lesefutter vor allem für weibliche Fans des historischen Romans.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Ministerium der Gärten und Teiche
Didier Decoin
Klett-Cotta (2018)
347 S.
fest geb.