Die Scheinheiligen

Während des Halb-Lockdowns 2020 feiert die junge Sophia in London ihre erste Premiere als Theaterautorin. Im Publikum der Nachmittagsvorstellung sitzt auch ihr ahnungsloser Vater, ein erfolgreicher Schriftsteller mit Schreibkrise, in aufgeregter Vorfreude. Die Scheinheiligen Nach der frühen Scheidung von Sophias Mutter war das Verhältnis zur Tochter, die bei der Mutter lebte, merklich abgekühlt. Im autofiktionalen, feministischen Theaterstück geht es um das Vater-Tochter-Verhältnis während eines gemeinsamen Sizilienurlaubs nach ihrem Schulabschluss und wie die fast volljährige Tochter den Vater erlebt hat, während sie ihn beim neuen Buch unterstützt hat. Eine Inszenierung von Kritik an seinem Werk, so kommt es dem Vater vor. Verwirrung überfällt ihn angesichts des realen Theaterstücks und seiner dadurch heraufbeschworenen Erinnerungen. Thematisiert wird die sexuelle Revolution in den Jugendjahren der Vätergeneration und die Prägung ihres Liebeslebens bis ins hohe Alter. Zeitgleich sitzen Mutter und Tochter im Theaterrestaurant und diskutieren die mögliche Reaktion des überrumpelten Vaters und Ex-Mannes und seinen Anteil am vergangenen Familienleben. Die Zeitebenen wechseln zwischen Sizilien/Liparischen Inseln 2010 und London 2020 und komplettieren das Bild von Tochter, Vater und Mutter und ihrem gemeinsamen und zeitweise getrennten Leben mit den gesellschaftlichen und persönlichen Herausforderungen. Und die Frage bleibt: Was gibt es im Nachhinein zu verstehen und zu verzeihen? Geschickt konstruierte Geschichte um Generationenunterschiede und Probleme im Vater-Tochter-Verhältnis der weißen Mittelschicht und ihre kritische Betrachtung.

Die Scheinheiligen

Die Scheinheiligen

Jo Hamya ; aus dem Englischen von Nicolai von Schweder-Schreiner
Klett-Cotta (2026)

233 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 624985
ISBN 978-3-608-96707-4
9783608967074
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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