Lawinengespür
Eine Bruder-Schwester-Geschichte, die in der Kindheit harmonisch beginnt, wo sie alles geteilt haben und im Arbersee geschwommen sind. Beide eint ein Talent: Sie haben eine Vorahnung von Katastrophen, ihr "Lawinengespür". Aber bald trennen sich ihre
Wege. Leo dealt auf dem Schulhof mit Crystal Meth, „Geldscheine knisterten bald in seinen Hosentaschen“. Er setzt sich nach Russland ab, lebt dort ein freies, schutzloses Leben, besucht wilde Partys und schläft fast immer in einem anderen Bett, in Abbruchhäusern oder zwischen stillgelegten Gleisen. Nora studiert, verbringt viel Zeit in der Bibliothek („safe space“), muss aber auch in Nachtschichten Geld verdienen und wird schließlich Geologin in Berlin, braucht aber regelmäßig psychologische Hilfe. Dann taucht plötzlich der nun 28-jährige Bruder auf, liegt mit einer Schusswunde im Krankenhaus ihrer bayerischen Heimatstadt, nachdem er in einen Streit zwischen zwei Gangs geriet. Doch die Vergangenheit holt ihn ein. - Ein einfühlsamer Roman von Paula Schweers, dessen Handlung 2019 in Bayerisch Eisenstein, Berlin und Moskau spielt.
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
Lawinengespür
Paula Schweers
Frankfurter Verlagsanstalt (2023)
254 Seiten
fest geb.