Knallkrebse
Mit Mitte zwanzig wird der Münchner Physikdoktorand Tom Pate für den 16-jährigen Afghanen Farid. Aus anfänglicher Unsicherheit wird bald eine Freundschaft. Farid hat schnell Deutsch gelernt und einen Schulabschluss gemacht. Häufig treffen sich
Tom und seine Freundin Laura mit dem Jungen. Doch Farid geht es nicht gut, immer wieder erleidet er depressive Zustände. Er fühlt sich verantwortlich für seine Familie, die nach Pakistan geflohen ist. Außerdem vermisst er Pari, eine junge Frau, die er auf seiner Flucht kennengelernt hat. Als Farid beschließt, auf eigene Faust nach Pari zu suchen, zerrt Tom ihn in letzter Minute am Münchner Hauptbahnhof aus dem Zug. Er befürchtet, dass der Junge nach Verlassen des Landes nicht nach Deutschland zurückkehren darf. Nach einem psychischen Zusammenbruch kommt Farid in die Psychiatrie. Als Tom ihn dort besucht, bittet der Junge ihn um eine Geschichte. Tom beginnt aus den Bruchstücken, die Farid ihm anvertraut hat, die jahrelange Flucht des jugendlichen Farid zu rekonstruieren und gibt dem Sprachlosen seine Stimme zurück. – Der Mathematiker Mitzenmacher thematisiert in seinem Debüt humorvoll und bewegend unsere Haltung gegenüber Geflüchteten sowie die Bedeutung von Freundschaft und Achtsamkeit im gesellschaftlichen Miteinander. Gerne empfohlen!
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
Knallkrebse
Christian Mitzenmacher
Frankfurter Verlagsanstalt (2025)
252 Seiten
fest geb.