Es klopft
Es war ein schwacher Moment, in dem Manuel Ritter nachgegeben hat. Eine fremde Frau hatte ihn in seiner Hals-Nasen-Ohren-Artzpraxis aufgesucht. Sie hatte nur einen Wunsch: Sie wollte schwanger werden - von ihm. Sie bedrängte ihn so lange und gab ihm
das Versprechen, dass er überhaupt nichts mit ihr und dem Kind zu tun haben würde, bis er schließlich einwilligte. Jahre später holt ihn die Geschichte aber wieder ein, als er die neue Freundin seines Sohnes kennenlernt. Denn Anna könnte seine Tochter sein. Deshalb bekommt Manuel Ritter einen Tinnitus. Den Rat von einem Freund und Kollegen, sich seinem Lebensproblem zu stellen, befolgt er trotzdem nicht - aus Angst seine Familie zu verlieren. Als seine unbekannte Tochter ihn dann findet, weiß er keinen Ausweg. Doch ein Unfall, bei dem er schwer verletzt wird, führt die ganze Familie zusammen und das Problem scheint überwunden. Obwohl sich die Inhaltszusammenfassung etwas seltsam anhört, ist die Geschichte durchaus spannend, die Sprache angenehm. Die Handlung ist nachvollziehbar und die Figuren sind echt. Zu empfehlen.
Barbara Leidl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Es klopft
Franz Hohler
Luchterhand (2007)
174 S.
fest geb.