Die Frau, die zu viel fühlte

Der Ich-Erzähler, ein vielbeschäftigter und äußerst erfolgreicher Publizist trompetet seine "hehre Moral" (S. 139) ziemlich erfolgreich und selbstzufrieden in die Welt hinaus, versagt aber in seinen privaten Beziehungen kläglich. Um den Verbleib Die Frau, die zu viel fühlte und das Schicksal seiner jüngeren Schwester Julie, die nach dem Zerbrechen der elterlichen Ehe, dem Verschwinden des Vaters und dem Tod der Mutter plötzlich abgetaucht war, schert er sich wenig. Erst nach vielen Jahren stellt sich bei ihm ein Gefühl des Verlustes und der Verantwortung ein und er macht sich auf Drängen seiner anderen Schwester auf die Suche nach der Verschwundenen. - Der Roman, eine berührende geschwisterliche Charakterstudie, beschreibt überwiegend die langwierige Suche bzw. das Aufspüren dieser Schwester. Traumatische Szenen der gemeinsamen Kindheit und Jugend bedrängen ihn im Verlauf seiner Recherchen und ihm wird klar, dass und warum Julie, diese lebhafte charmante, lebensfrohe aber auch zutiefst einsame und heftigen Gefühlschwankungen unterworfene junge Frau auf die schiefe Bahn (Callgirl, Drogen) geraten war und dass sie sich nur aus Scham vollständig zurückgezogen hatte. Immer deutlicher wird er sich auch seines eigenen moralischen Versagens bewusst. Insgesamt ein einfühlsam erzählter Familienroman des bekannten britischen Autors. (Übers.: Klaus Berr)

Die Frau, die zu viel fühlte

Die Frau, die zu viel fühlte

Charles Chadwick
Luchterhand (2013)

218 S.
fest geb.

MedienNr.: 575527
ISBN 978-3-630-87406-7
9783630874067
ca. 18,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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