Ein ziemlich anderes Leben
Fast von Geburt an wächst Skander in Pflegefamilien auf. Seine Zuflucht ist sein Lexikon. Eines Tages erfährt er, dass er zu einer neuen Betreuerin in einen Pariser Vorort kommt: der Marokkanerin Madame Khadija. Hier wird er nicht nur mit vergleichsweise
luxuriösen Lebensumständen konfrontiert, sondern erlebt auch die ganzen Probleme eines Vororts, der von Kleinkriminalität, Bandenrivalitäten und Gewalt geprägt ist. Trotz guter Schulleistungen gelingt es Skander nicht, so etwas wie einen Aufstieg hinzubekommen. Getrieben bewegt er sich zwischen seiner Mutter, die immer wieder im Gefängnis landet, Khadija, die nur auf das Betreuungsgeld aus ist, einem Professor, den er kennenlernt und der ihn fördern will, dem Jugendamt, das ihn die Härte des Gesetzes spüren lässt – schließlich gerät er ins Drogenmilieu und macht dabei große Gewinne. – Mokhtar Amoudi erzählt in diesem Debütroman (der mit einem Preis französischer Schülerinnen und Schüler ausgezeichnet wurde) von eigenen Erfahrungen, was dem Leser einen kleinen Einblick in besondere Lebensumstände gewährt. Allen Büchereien empfohlen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ein ziemlich anderes Leben
Mokhtar Amoudi ; aus dem Französischen von Alexandra Baisch
Luchterhand (2026)
302 Seiten
fest geb.