Die Auszeit
Mit dem Fund der Leiche steigt der Thriller direkt ins Geschehen ein. Vor allem zu Beginn werden eine Menge Fragen aufgeworfen und dadurch direkt Spannung erzeugt. Trotzdem nimmt sich die Autorin Zeit, die Clique und ihre Gruppendynamik vor dem Mord
mittels Rückblenden darzustellen. Dadurch bauen Lesende eine Verbindung zu den Protagonisten auf und fiebern von Anfang an mit. In kurzen Kapiteln und mit vielen Perspektivenwechseln wird deutlich, dass sich die Freunde bei weitem nicht so gut kennen, wie sie glauben, und die Künstlichkeit von Social Media tritt überdeutlich hervor. Sowohl Erzähltempo als auch Spannung sind das ganze Buch hindurch hoch, denn die Motive der einzelnen Personen bleiben lange verborgen. So gibt es neben den Retreat-Gästen noch einen ominösen Stalker und auch das Personal hat eigene Pläne für das Wochenende. Das Buch lässt sich also für Bestände aller Größen sehr empfehlen, lediglich gegen Ende wirken manche Handlungsstränge etwas überspitzt und unrealistisch, das tut dem Lesevergnügen aber kaum einen Abbruch.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Auszeit
Emily Rudolf
Scherz (2024)
478 Seiten
kt.