Laurel und Hardy

Ausgehend vom Anruf eines Jungen bei seinem Idol Stan Laurel Anfang der Sechziger, der in Santa Monica lebte und im Telefonbuch zu finden war, entwickelte Autor und Zeichner Gianluca Buttolo eine Reihe von fiktiven Gesprächen um die Biografie des Laurel und Hardy Hollywood-Komikers. In mehreren Erzählungen erinnert sich der Schauspieler, Regisseur und Autor an seine ersten Schritte im Showgeschäft und in Slapstickfilmen, wobei er mangels Erfolgs schon aufgeben wollte. Erst Regisseur Leo McCarey erkannte das Potenzial des Humoristen an der Seite von Oliver ‚Babe‘ Hardy und überzeugte Produzent Hal Roach von den Erfolgsmöglichkeiten des Duos. Trotz Kassenerfolgen und Auszeichnungen hatten Laurel & Hardy einen schweren Stand gegen die Hollywood-Maschinerie, was sich noch verstärkte, als sie das Studio wechselten und bei 20th Century Fox vergeblich auf mehr Mitspracherecht hofften. Buttolo zeigt ebenso die Konflikte mit mehreren Ehefrauen, die sich nach den Scheidungen fortsetzen sollten. Erst die Theatertourneen sollten sich zum späten Triumphzug entwickeln. In reduzierter Schwarzweiß-Grafik, Traumsequenzen und subtiler Licht-Schatten-Dramaturgie reflektiert die Biografie über das Wesen von Komik und die Schwierigkeit, das Publikum zum Lachen zu bringen. Zudem wirft Buttolo einen kritischen Blick auf die Schattenseiten der Traumfabrik und die negativen Auswirkungen des Ruhms. Neben biografischen Verweisen wäre eine Filmografie in dem lesenswerten Werk wünschenswert gewesen.

Gregor Ries

Gregor Ries

rezensiert für den Borromäusverein.

Laurel und Hardy

Laurel und Hardy

Gianluca Buttolo ; aus dem Französischen von Christoph Haas
Splitter Verlag (2024)

170 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 620547
ISBN 978-3-689-50001-6
9783689500016
ca. 29,80 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Mu
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