Die Legende lebt
Wie in jedem Jahr erinnert am "Tag der Toten" der Schauspieler Antonio in der mexikanischen Kleinstadt La Vega an den hier vor 180 Jahren als Beschützer der Armen und Entrechteten erschienenen El Zorro. Doch dieses Schauspiel missfällt El Rojo, dem
Boss des örtlichen Drogenkartells. Kurzerhand ermordet er auf offener Bühne den Schauspieler vor den Augen dessen beider Kinder Diego und Rosa. 20 Jahre später haben diese beiden Kinder unterschiedliche Wege eingeschlagen. Rosa steht als Fahrerin in den Diensten des Drogenkartells. Diego – schwer traumatisiert von dem Mord an seinem leiblichen Vater – wurde an einem abgelegenen Ort von seinem Ziehvater Alejandro in dem Glauben erzogen und ausgebildet, ein neuer Zorro zu sein. Als eines Tages Alejandro von Mitgliedern der Drogenbande ermordet wird, ist für Diego die Stunde gekommen, als Zorro den Kampf gegen das übermächtige Kartell aufzunehmen, den Tod des Vaters zu rächen und die Kleinstadt zu befreien. Doch während dieses Kampfes wird er sich immer mehr auch seiner eigenen Identität bewusst. – Die Story eines in die Moderne übertragenen Zorro-Abenteuers gefällt inhaltlich unbedingt. Zeichnerisch werden die Lesenden jedoch bei den zahlreichen Kämpfen teils mit drastischen und blutrünstigen Bilddarstellungen wie z.B. Enthauptungen durch das Schwert konfrontiert, die verstörend wirken können. Büchereien sollten es sich daher gut überlegen, ob sie diese "harte Kost" einem ausschließlich erwachsenen Lesepublikum anbieten möchten.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Legende lebt
Szenario & Zeichnungen Sean Murphy ; aus dem Englischen von Harald Sachse
Splitter (2025)
Zorro
102 Seiten : farbig
fest geb.