Cagliostro
Dieser jetzt in Deutschland veröffentlichte Comicband zu den in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verfassten Romanen von Maurice Leblanc mit den Abenteuern des Gentleman-Gauners Arsène Lupin führt zurück in dessen Jugend. Obwohl Lupin mit
Clarisse liiert ist, verliebt er sich unsterblich in die schöne Joséphine, die eigentlich die geheimnisvolle Gräfin Cagliostro ist; eine angeblich unsterbliche Betrügerin, Mörderin und Spionin. Auf der Suche nach einem verschwundenen Diamantenschatz, der einst Mönchen aus verschiedenen, in der Säkularisation aufgehobenen Abteien der Normandie gehörte, wollte Clarisses Vater zusammen mit einer Gruppe von Männern von Joséphine mehr über den geheimnisvollen Schatz erfahren. Ihr Schweigen soll sie mit dem Leben bezahlen, doch Lupin rettet sie vor dem Ertrinken. Die Dankbarkeit Joséphines gegenüber ihrem Retter hält sich allerdings in Grenzen. Trotz verschiedener Versuche Lupins, mit Joséphine gemeinsame Sache bei der Schatzsuche zu machen, trickst diese ihn immer wieder aus, sodass er sich schließlich mit den Männern um seinen Schwiegervater in spe gegen die gerissene Gräfin verbünden muss. – Die Erzählung wirkt aufgrund mancher Unstimmigkeiten etwas konstruiert (wie hat es Lupin z. B. geschafft, sich im mit Wasser volllaufenden Boot zu verstecken, um Joséphine zu retten?), im Hinblick auf andere Bände manchmal unlogisch (warum z. B. hilft Lupins Assistent Leonard der Gräfin bis zum Schluss?) und ist auch zeichnerisch bei der Darstellung von Personen weniger gelungen als die Reihe von Félix und Minerbe (vgl. Arsène Lupin gegen Sherlock Holmes, BP/mp 25/1038). Somit gehört dieses Lupin-Abenteuer nicht zur ersten Wahl.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Cagliostro
nach dem Werk von Maurice Leblanc ; Szenario: Jérôme Eho ; Zeichnungen: Michaël Minerbe ; aus dem Französischen von Harald Sachse
Splitter (2025)
Die Jugend von Arsène Lupin
57 Seiten : farbig
fest geb.