Romy Schneider
An der Seite ihrer Mutter Magda, in den Dreißigern eine vielbeschäftigte Schauspielerin, konnte Rosemarie, genannt Romy, Scheider in den Fünfzigern erste Kinorollen ergattern. Mit der „Sissi“-Trilogie gelang der jungen Akteurin der endgültige
Durchbruch, während anspruchsvollere Rollen wie in „Robinson darf nicht sterben“ neben Horst Buchholz weniger erfolgreich waren. Mit Hang zu „bösen Jungen“, so ihre Mutter, wie Buchholz oder Alain Delon als Leinwandpartner, versucht sie bald, ihrem braven Image zu entkommen. Auch dank Delon als Lebensgefährten öffnen sich für die mitunter zweifelnde Schauspielerin in Frankreich neue Wege. Rémi Torregrossa und Stéphane Betbeder konzentrieren sich in ihrer Romy Schneider-Biografie nach den Anfängen weitgehend auf ihre Beziehung zu Alain Delon und dem pedantischen Meisterregisseur Luchino Visconti. Den „Sissi“-Fluch verdeutlichen sie dadurch, dass Autogrammjäger nicht den Menschen hinter der Rolle sehen wollen. (Alp-)Traumsequenzen verdeutlichen das Kriegszeit-Trauma der jungen Romy. Die oft je nach Stimmung monochrom eingefärbten Zeichnungen führen zum Leben einer Schauspielerin, die versucht, der Vereinnahmung durch die Industrie zu entgehen. Eine lesenswerte Biografie nicht nur für Romy Schneider-Fans.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
Romy Schneider
Szenario: Stéphane Betbeder ; Zeichnungen: Rémi Torregrossa ; aus dem Französischen von Anne Bergen
Splitter (2025)
153 Seiten : farbig
fest geb.