Walküre
Ben ist Jurist und tätig in einer Wiener Beratungsstelle für Geflüchtete. Er übernimmt den Fall eines Syrers, der allerdings verdächtigt wird, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Und als wäre das nicht schwierig genug, erfährt er über seine
deutsche Oma, dass der Großvater 1941 am Massaker von Babyn Jar (heutige Ukraine) beteiligt war, und am Ende auch von ihrer Rolle im Nationalsozialismus. Die Trennung von der Ehefrau, den Kindern und die zunehmenden Probleme mit Großmutter und Mandant sind große Belastungen und immer wieder taucht die Frage auf, wie man dazu steht und welche Haltung man bezieht. Kein einfacher Roman, aber Fragen zum Umgang mit Schuld machen die moralischen Dimensionen greifbar und unwillkürlich fragt man sich nach dem eigenen Handeln. Empfehlenswert.
Michael Müller
rezensiert für den Borromäusverein.
Walküre
Daniel Zipfel
leykam: Belletristik (2026)
246 Seiten
fest geb.