Stackler oder Die Maschinerie der Nacht
Wien im Jahre 1934: Stackler, habilitierter Mediziner und Anhänger des Nationalsozialismus, möchte die Annexion Österreichs zum "Reich" nutzen, um seine Vision eines Instituts für Rassenforschung und der Schöpfung des "neuen Menschen" Realität
werden zu lassen. Da kommt es ihm ganz ungelegen, dass seine Assistentin, Fräulein März, von ihm schwanger wird. Doch der skrupellose Karrierist schafft es, ohne Rücksicht auf Verluste Karriere zu machen und die Strukturen des Regimes für sich auszunutzen... - Blauelichs Roman, dritter Band der Romantrilogie über das Europa des 20. Jh. (s. BP 06/310, 07/93), ist ebenso fesselnd wie erschreckend, gerade weil er mit viel Realitätssinn die Geschichte Mitteleuropas der jüngsten Vergangenheit in exakten Strichen nachzeichnet und auch den Bogen zur Gegenwart (der Diktatur Idi Amins in Uganda) zu schlagen versteht. Man erkennt als Leser: Die Zeit der totalitären Regime ist - trotz des Traumas des Dritten Reiches - noch längst nicht vorbei.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Stackler oder Die Maschinerie der Nacht
Max Blaeulich
Residenz-Verl. (2008)
329 S.
fest geb.