Der Sohn des Knochenzählers
Die Einheimischen bezeichnen Titus' Vater als "Knochenzähler", weil er als Archäologe Grabfunde im Salzkammergut erforscht. Titus selbst hat gerade Abitur gemacht, im Dorf ist er eher ein Außenseiter, seit er sich beim Sprung über das Sonnwendfeuer
eine Gesichtshälfte völlig verbrannt hat und dadurch schrecklich verunstaltet ist. Dazu kommt, dass seine über alles geliebte Mutter und beinahe einzige Bezugsperson seit einiger Zeit spurlos verschwunden ist. Trotz intensiver Suche und ausgedehnter Nachforschungen ergab sich keine irgendwie verwertbare Spur. Die äußerst attraktive und aus Italien stammende Frau war deutlich erkennbar auch ein Fremdkörper im Ort und fühlte sich in der Enge zwischen Berg und See nicht wohl. Einige Monate nach ihrem Verschwinden taucht wie aus dem Nichts ein seltsamer Italiener auf, der sich um die vakante Stelle des Totengräbers bewirbt. Er sucht die Nähe des Jungen und bald stellt sich heraus, dass den Fremden und Titus Mutter mehr als nur ihre Herkunft verbinden. - Ein Roman, eigentlich ein Krimi, dessen Beziehungsdrama sich dem Leser erst von seinem spannenden Schluss her erschließt. Empfehlenswert!
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Sohn des Knochenzählers
Evelyn Grill
Residenz-Verl. (2013)
131 S.
fest geb.