April in Stein
Während der Nazizeit war das Zuchthaus im österreichischen Krems-Stein das größte der sogenannten "Ostmark", in dem Nazigegner und Widerstandskämpfer aus aller Welt eingesperrt und gepeinigt waren. Zu Kriegsende, kurz vor Einrücken der Roten
Armee, ließ der Gefängnisdirektor alle Insassen frei. Doch diese wurden durch Einheiten der SA und SS, teilweise mit Unterstützung der Kremser Bevölkerung, bis auf wenige ermordet. Die Augenzeugenberichte der Überlebenden bilden das Gerüst des dokumentarischen Romans Streibels (selbst gebürtiger Kremser und als studierter Historiker mit Schwerpunkt Geschichte des Nationalsozialismus Experte in diesem Thema), in dem dieser die furchtbaren Ereignisse ebenso eindrucksvoll wie drastisch schildert. Dieses Buch geht unter die Haut und macht betroffen. Und gerade deshalb sollte man es lesen.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
April in Stein
Robert Streibel
Residenz-Verl. (2015)
259 S.
fest geb.