Wie man schlafen soll
Koslov, Schreiber und Haye wohnen und arbeiten unter strengen Reglementierungen in der künstlich errichteten Stadt Ligthraff. Alles ist vorgegeben und kontrolliert. Im acht-Stunden-Takt teilen sie sich ein Bett, ohne sich persönlich zu begegnen.
Als sie arbeitslos werden, treffen sie zum ersten Mal aufeinander. Das Buch malt ein düsteres Bild über die Zerstörung der Menschen, die aus ihrer zerstörten Welt nach Lightraff gekommen sind, um irgendwie weiter zu leben. Doch ihre Wünsche erfüllen sich nicht. Versprechungen werden nicht eingelöst, das Leben spielt sich zwischen Kontrolle, Angst und Hoffnungslosigkeit ab, mit der die Männer sich in der unwirtlichen Umgebung zurechtzufinden versuchen. Frauen sind Nebensache und Mittel zum Zweck. Es ist ein Buch über Menschen, die angesichts der Zerstörung ihrer Welt und nun auch der Lightraff-Fassade alle Hoffnungen aufgegeben haben. Sie sind zu keinem wirklichen Kontakt mehr in der Lage. Neben den äußeren bedrückenden Bedingungen ist dies vielleicht das Düsterste im Roman der österreichischen Schriftstellerin Cordula Simon.
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
Wie man schlafen soll
Cordula Simon
Residenz-Verl. (2016)
194 S.
fest geb.