Schatz, ich geh zu Charlie!
Maryse Wolinski ist nicht nur Journalistin, sondern auch die Witwe eines der beim Anschlag auf "Charlie Hebdo" am 7.1.2015 ermordeten Karikaturisten. In ihrem biographischen Dokumentationsroman schildert sie die letzten Stunden ihres Mannes, aber auch
die Zeit nach dem Anschlag, die geprägt ist durch Traumatisierung, Fassungs- und Hilflosigkeit, Zorn. Dafür hat sie Tatzeugen befragt, Polizisten, Helfer und andere. Und sie klagt an: die islamistischen Terroristen, aber auch die Politik und die Sicherheitskräfte, die ihren Mann und die anderen Opfer nicht ausreichend geschützt haben und ihrer Meinung nach mitverantwortlich sind für das Massaker. - Ein kurzer, aber überaus ergreifender dokumentarischer Roman, der zunächst hilflos macht, aber dann auch wieder eine Perspektive schafft. Für alle Bestände zu empfehlen. (Übers.: Dieter Hornig, Katrin Thomaneck)
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Schatz, ich geh zu Charlie!
Maryse Wolinski
Residenz-Verl. (2017)
137 S.
fest geb.