Der rote Faden
Es muss eine Kraft geben, die das Leben zusammenhält, die das Kind mit den Eltern verbindet, mit den Nachbarn, den Städten, Tieren, der Erde. Das Kind nennt dies den roten Faden und fragt danach. Die Antworten sind unterschiedlich, aber die des Freundes
erscheint dem Kind am plausibelsten: der rote Faden ist Gott. - Ein solch abstraktes Thema in einem Kinderbuch zu behandeln, verlangt nach ausdrucksstarken Bildern und einem Text, der die jungen Leser in ihrem Alltag abholt. Dies ist hier vorbildlich gelungen: schöne Collagen und Zeichnungen zeigen die Lebenswelt der Kinder, surreal überhöht, doch immer konzentriert und einleuchtend. Darin sind kurze erzählende Textpassagen eingefügt, die den Betrachtern Gelegenheit geben, ihre Reflexionen selbst zum Ausdruck zu bringen. Dies ist wohl das größte Plus dieses religiösen Kinderbuches: hier wird nicht belehrt, sondern eine Spur gelegt, die den Leser bis in seinen Alltag verfolgt. Sehr zu empfehlen!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Der rote Faden
erzählt von Manuela Monari. Ill. von Brunella Baldi
Tyrolia-Verl. (2012)
[16] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 6
Auszeichnung: Religiöses Kinderbuch des Monats