Wir wollen doch nur spielen
Den Garten unter Wasser setzen, in der U-Bahn Karussell fahren, im Stadtbrunnen baden, grünes und gelbes Essen mischen, das Badezimmer überfluten - was für Kinder ein herrlicher Spaß bedeutet, finden Eltern oft ungezogen und schlimmstenfalls sogar
gefährlich. Sie scheinen unempfänglich zu sein für die Geschichten hinter den Dingen: Opas Garten ist ein Urwald, sein Haus eine Ritterburg und der Gehweg lässt sich in einen Zirkus verwandeln. Gelegenheiten zum Spielen bieten sich tausendfach und da ist es nur ein kleiner Trost, dass die Eltern, die nun als Spielverderber auftreten, früher ebenso abenteuerlustig waren. Jede Doppelseite dieses Buches ist einer Situation gewidmet, die der Text kurz in den Kommentaren der Erwachsenen umreißt. In den Abbildungen gelingt es, beide Seiten zur Anschauung zu bringen: das Gartenbeet lässt sich als Urwald lesen, die heimische Badewanne als stürmische See. Die hingeklecksten Aquarelle werden von zarten Strichzeichnungen belebt. Sie rufen einen Zauber auf, dem sich Kinder noch gern hingeben und der die erwachsenen Vorleser hoffentlich an ihre eigenen kindlichen Späße erinnern wird!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Wir wollen doch nur spielen
Berenike Oppermann ; Elisabeth Kihßl
Tyrolia-Verl. (2018)
[14] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4