Für den Frieden kämpfen
Gerade, weil zurzeit in weiten Teilen der Welt Kriege und Terror herrschen, lohnt es sich, die Ideen zu Gewaltfreiheit von Mahatma Gandhi und Nelson Mandela in Erinnerung zu rufen. Prof. Wolfgang Palaver, Experte für die Erforschung des Zusammenhangs
von Gewalt und Religion, ist es in dem Buch gelungen, Trennendes und Gemeinsames in deren Denken zu veranschaulichen. Für Gandhi, der Indien 1947 in die Unabhängigkeit führt, ist Gewaltfreiheit grundsätzliche Lebenshaltung und zentrales Prinzip des Widerstandes. Gewalt ist äußerst ansteckend und führt fast unaufhaltsam zu Eskalation. Sein Mittel ist nicht Terror, sondern passiver Widerstand, selbst dann, wenn dafür Selbstopfer erforderlich sind. Gandhi sieht das ganze Universum vom „Gesetz der Liebe“ bestimmt. Dieses Sich-getragen-Wissen von der Liebe verstand er als Gnade Gottes. Anders Mandela: Er führt den politischen Kampf zunächst mittels gewaltsamer Sabotageaktionen, geht in den Untergrund und wird schließlich zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt. Eine Spirale der Gewalt will aber auch er vermeiden. Er spricht sich nach seiner Freilassung für Versöhnung und nicht für Vergeltung aus. – Fazit des Autors: Gandhi und Mandela bieten uns Lesern eine „friedensethische Orientierung“. Seine Folgerung lautet: „Der Friede beginnt im eigenen Haus!“ Eine klare, nie endende Friedensbotschaft.
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
Für den Frieden kämpfen
Wolfgang Palaver
Tyrolia-Verlag (2024)
119 Seiten : Illustrationen
kt.