Wenn der Wind vom Meer erzählt
Alle wundern sich über einen Bären, der allein auf einem Hügel sitzt und auf Ansprache nicht reagiert. Ein Mädchen hegt den Verdacht, dass der Bär schwerhörig sein könnte. Sie bastelt eine Flüstertüte als Hörhilfe – und tatsächlich: der
Bär kann sie nun verstehen! Gemeinsam hören sie auf das Vogelgezwitscher, das Bienengesumm und die Kiesel im Bach. Die Natur hat viel zu erzählen! In dieser Freundschaftsgeschichte zwischen einem Kind und einem Bären steckt also auch ein Plädoyer für die Schärfung der Sinne. Wie ergreifend können die Geräusche des prasselnden Regens sein oder der Blätter im Wind! Darüber lassen sich Geschichten erzählen, die eine Tür aus vertrauten Räumen aufstoßen. Und mehr noch: auch in einer unerwarteten Begegnung kann der Keim zu einer Freundschaft liegen, die uns bereichert. Die Zeichnungen dieses schmalen Bilderbuchs geben diese Erfahrungen mit feinsinnigem Humor wieder. Den jungen Betrachter:innen wird die Welt im Kleinen gezeigt, die sich zu Großem und Abenteuerlichem erweitert. Das Glück des Augenblicks mag flüchtig sein, aber es wirkt in uns nach – so wie die Lektüreerfahrung dieser kleinen, bedeutenden Geschichte auch!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Wenn der Wind vom Meer erzählt
Sonja Stangl
Tyrolia-Verlag (2025)
[40] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4