Die Lieder, das Töten
Deutschland, nicht allzu lange nach Fukushima. In einem Kernkraftwerk kam es zum Super-Gau, und die verseuchte Zone wurde zum Sperrgebiet erklärt. Trotzdem leben hier noch Menschen: Ansässige, die nicht wegziehen können oder wollen, sowie zwielichtige
Typen, die wie die Geier in die Region einfallen und auf Plündern, Vergewaltigen und dunkle Geschäfte aus sind. Auf Befehl des "Marschalls", der für die Sicherheit in der Sperrzone verantwortlich ist, soll ein bereits strahlenkranker junger Mann den Anführer einer brutalen Bande finden und töten. Doch bald schon beginnt er zu zweifeln: Was ist richtig, was falsch - was gut, was böse? Und was hat Gott mit alldem zu tun? - Der Autor wurde für ein früheres Werk bereits einmal mit Charles Bukowski verglichen, und tatsächlich bedient er sich hier eines überaus harten, schonungslosen Stils. Der kann zwar verstörend wirken, ist aber absolut angemessen, um dieses Thema zu bearbeiten: eine entfesselte Welt ohne Moral. Harter Tobak, aber lesenswert.
Thomas Oberholthaus
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Lieder, das Töten
André Pilz
Haymon (2012)
420 S.
fest geb.