Niemand hat es kommen sehen
Was hat Maria Arnold das ganze Jahr lang gemacht, in dem sie wie vom Erdboden verschwunden war? Dieser Frage möchten Melanie Ramsauer und Theo Nebel, Beamte des LKA Salzburg, auf den Grund gehen. Maria selbst scheint sich an nichts zu erinnern –
oder vielleicht doch? Nach und nach kommt Licht ins Dunkel und man spürt Machenschaften auf, die offenbar in vielen Tourismusorten gang und gäbe sind und die dem Begriff "Fremdenverkehr" eine ausbeuterische Dimension verleihen. – Das ist der zweite Band der wohl auf drei Teile angelegten Ramsauer/Nebel-Reihe. Ohne Kenntnis des ersten Teils ist es zu Beginn einigermaßen schwer, sich in die Handlung einzufinden. Dennoch gelingt es der Autorin, ihre Leserschaft in den Bann zu ziehen und auch ohne vordergründige Spannung die Frage zu behandeln, wer Opfer und wer Täter oder wer vielleicht sogar beides ist. Für Leser:innen auf der Suche nach dem "besonderen Krimi" kann der Titel empfohlen werden – allerdings wie gesagt besser erst nach der Lektüre des ersten Bands.
Thomas Oberholthaus
rezensiert für den Borromäusverein.
Niemand hat es kommen sehen
Gudrun Lerchbaum
Haymon Verlag (2025)
281 Seiten
kt.