Lesereise Vatikan
Die Journalistin und Kulturhistorikerin Christina Höfferer ist Mitglied des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft - und hat dadurch guten Zugang zum Vatikan und kennt viele der dort arbeitenden und lebenden Menschen. In Ihren Essays, die sie
für diesen Band zusammengestellt hat, erzählt sie etwa von ihren Begegnungen mit dem Bäcker des Papstes und dem Schneider der Schweizergarde, vom Besuch der Päpstlichen Universität Gregoriana und von Radio Vatikan. Sie berichtet u.a. von einer deutschen Jüdin, die im Vatikan angestellt war, vom deutschen Friedhof, dem Campo Santo Teutonico, und seiner besonderen Atmosphäre. Sie unterhielt sich mit dem Direktor der Vatikanischen Museen und dem Verleger des vatikaneigenen Verlagshauses, der Libreria Editrice Vaticana. Wie in der Reihe Picus-Lesereisen üblich, finden wir auch hier die Begegnungen mit Menschen, die die ureigene Atmosphäre des Ortes und der Institution wiedergeben. Anders als bei den meisten anderen Lesereisen-Bänden wirken die Aneinanderreihungen von Interviews relativ bald aber blutleer und unoriginell. Was vielleicht auch an dem eher biederen Stil der Autorin liegt. Dennoch eine Lektüre wert für jeden, der sich für den Vatikan und das Leben hinter den Kulissen interessiert, da der Leser doch einige neue und interessante Details aus dem Leben im kleinsten Staat der Welt erhält.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Lesereise Vatikan
Christina Höfferer
Picus-Verl. (2015)
Picus Lesereisen
131 S.
fest geb.