Lesereise Rom
"Rom ist eine Stadt, die einen annimmt, so wie man ist", sagt eine schon viele Jahre in Rom lebende Wienerin in einem Gespräch mit der Kulturhistorikerin und Journalistin Christina Höfferer, die in diesem sehr persönlichen Streifzug ihre Liebe zu
der Ewigen Stadt zum Ausdruck bringt. Ganz unterschiedliche Orte - eben nicht die touristischen Highlights -, ganz verschiedene Menschen und ganz unterschiedliche Situationen gestalten ein überaus lebendiges und vielfältiges Bild dieser Stadt, in der Antike und Gegenwart, kirchliches und profanes Leben, Kunst und Banalität auf einzigartige Weise präsent sind. Auf ihren Spaziergängen führt die Autorin den Leser meist zu versteckten Orten, so besucht sie z.B. die Wohnungen, in denen die Dichterin Ingeborg Bachmann gelebt hat, und lernt durch Lage und Ausschmückung der Räume den Charakter dieser Frau kennen. Im Caffè Sant'Eustachio, das den besten Espresso Roms serviert und wo sich zwischen den Sitzungen gerne die Senatoren treffen, erkundet sie die politische Stimmungslage, während sie in einer anderen Episode von der pfiffigen Idee des Teams von Bici e Baci erzählt, das Fahrräder und Vespas verleiht, damit Individualisten die Stadt bei Tag oder Nacht auf eigene Faust entdecken können. Hier wie in allen anderen Begegnungen wird spürbar, dass Lebensfreude und Kreativität Motor und Messlatte für ein gelingendes Leben in dieser pulsierenden Stadt sind. - Rundum empfehlenswert!
Inge Hagen
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Lesereise Rom
Christina Höfferer
Picus-Verl. (2015)
Picus Lesereisen
128 S.
fest geb.