Der blaue Sommer

Am Ende eines jeden Kapitels führt Stefan Klein den Briefwechsel zwischen den Partnern einer nicht zustande gekommenen Ehe an. In den fünfziger Jahren zieht die Mutter also ihr Kind Simon alleine auf. D.h. zuerst kümmern sich die Großeltern, und Der blaue Sommer als die Mutter einen Job in einem Betrieb auf dem Land bekommt, ziehen beide aufs Dorf. Zunächst – wie nicht anders zu erwarten – gilt Simon als der zugezogene Außenseiter. Doch es gelingt ihm schnell, sich einzugliedern, auch weil sich die Bäckersfamilie während der Abwesenheit seiner Mutter um ihn kümmert. – Stefan Klein erzählt vom Dorfleben, wie es damals war: wenig Autos, kaum Fernseher (die Bäckersfamilie besitzt einen, was Simon und seinem Freund „Proto“, Fritz, der Bäckerssohn, eine eigene Welt eröffnet), vom kleinen Glück und manchem Unglücksfall, bei dem sich die Frage nach persönlicher Schuld stellt. So entsteht ein Roman, der das Bild einer ruhigen Dorfgemeinschaft zeichnet, geprägt von Langsamkeit und alten Traditionen. Bis dann der „blaue“ Sommer alles verändert und die Weichen neu stellt. Der ältere Leser wird sich an manches erinnern. Allen Büchereien sehr empfohlen.

Wilfried Funke

Wilfried Funke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der blaue Sommer

Der blaue Sommer

Stefan Klein
Picus Verlag (2026)

227 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 755837
ISBN 978-3-7117-2170-9
9783711721709
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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