Nach dem Ende
Mit zehn Jahre begreift Mila, behütet in einer österreichischen Familie lebend, das unaufhörliche Herannahen der Klimakatastrophe. Sie engagiert sich bei Fridays für Future, dann zunehmend bei anderen Organisationen und mit radikalisierten Formen.
Ihre Mutter schützt sie, aus dem offenen Konflikt mit dem Vater entsteht ein Survivaljahr in Kanada. Nach ihrer Rückkehr, Stromausfälle auch durch Hackerangriffe mehren sich, stimmt sie ihr Umfeld auf Vorratshaltung und Überlebenstraining ein. Der Zusammenbruch aller Energieversorgung erreicht die Familie, als sie auf dem Bauernhof der Großeltern Urlaub machen. Sie bleiben dort, erleben die weltweite Unwirksamkeit aller Antibiotika und das Sterben von Menschen und Tieren im benachbarten Dorf. Anfängliche Versuche, Überlebende in der Nähe zu finden, sind erfolglos. Mila hält es nicht mehr aus und verlässt ihre Familie. Diese verbünden sich immer wieder mit Einzelnen oder kleinen Gruppen, die am Hof vorbeiziehen. Damit ziehen sie Hass und Ablehnung Einheimischer auf sich, werden schließlich vertrieben und finden Unterschlupf auf einem abgelegenen Hof. Alles mischt sich immer wieder neu, Frauen, Männer, Kinder, alle suchen immer wieder neue Bezugspersonen, wenn alte Konstellationen durch Gewalt, Neid oder natürlichen Tod auseinanderbrechen. Aber auf jeden Winter folgt ein Frühling. – Die Linzer Autorin erzählt diese dystopische Geschichte mit manchen Anleihen am Geschehen der Jetztzeit mit einem dunklen, aber einfühlsamen Blick aufs allzu Menschliche. Hoffnung gegen alle Hoffnungslosigkeit, das Vertrauen auf eigene Fähigkeiten wechseln sich mit Gewalt, Rivalität und Machtspielen ab. – Für Leser:innen von Johanna Grillmeyers „That‘s life in Dystopia“ (BP/mp 24/146).
Rolf Pitsch
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Nach dem Ende
Elisabeth Schmidauer
Picus Verlag (2026)
287 Seiten : Illustrationen
fest geb.