Norman, ein ganz normaler Riese
Riese Norman hat eine durchschnittliche Größe - Elefanten trägt er in seiner Jackentasche umher. Schon als Kind wird er für Bücher sensibilisiert: seine Mutter liest ihm häufig vor, auch wenn es immer das gleiche Buch ist, denn "Riesen haben
fast keine Bücher". In der Schule verstärkt sich seine Vorliebe fürs Lesen - die Lerninhalte Gewichtheben, Kaputtschlagen und Fechten dagegen sind ihm zuwider. Auch sonst entwickelt er sich eher außerhalb der "Norm", obwohl er Norman heißt: er kleidet sich gerne gut, lackiert die Zehennägel farbig, genießt Ruhe in der Natur und ernährt sich vegetarisch von eigenem Bioanbau. Nicht in der Norm ist es auch, dass er eine Riesenmeerjungfrau kennen- und liebenlernt. Zusammen mit ihr entwickelt er seine Achtsamkeit weiter. - Die in doppelseitigen, sehr reduzierten und dezent kolorierten Illustrationen visualisierte Geschichte arbeitet als paradox heraus, dass "ganz normal" nicht bedeutet, der gängigen Norm zu entsprechen; die thematisierte "Diversität" ist sehr unaufdringlich und an wenigen Merkmalen orientiert, der Schwerpunkt liegt auf dem achtsamen Umgang mit sich, anderen und der Natur sowie der Bedeutung des Lesens. Diese "Unaufdringlichkeit" des Buches ist eine sehr gelungene Umsetzung seiner Botschaft und macht es zu einem sehr besonderen Buch in einer Zeit vielfach aufdringlicher Botschaften. Geeignet für Kinder ab 5 Jahren, mit Nachdruck empfohlen.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Norman, ein ganz normaler Riese
Annemarie van Haeringen ; aus dem Niederländischen von Alexander Potyka
Picus Verlag (2024)
[32] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5