Das rote Buch

Auf seinem Schulweg entdeckt ein Junge ein Buch, das im Schnee liegt. Er nimmt es mit, blättert darin und stößt bei der Abbildung einer Insel auf einen Jungen, der in einem Buch blättert. Ein Strauß bunter Luftballons bringt die beiden zusammen. Das rote Buch Diese Bild-Geschichte hat eine "Falte", sie erzählt labyrinthisch, setzt die Logik außer Kraft und führt zu einem überraschenden und glücklichen Ende. Aber auch dieses Ende ist der Anfang einer neuen Geschichte! Was hier als "mise en abyme", also als Erzähl-Spirale abläuft, wird schon junge Leser/-innen in Erstaunen versetzen. Dass sich literarische Figuren verselbständigen und in den realen Lebensalltag eingreifen, ist ein reizvolles Motiv, das erfahrenen Leser/-innen vertraut sein wird. Hier aber werden junge Betrachter/-innen angesprochen, die (ohne schon lesen zu können) allein durch das Bild-Medium dieser verschachtelten Erzählung folgen werden. Es ist die ihnen bekannte Bildsprache der Comics, die ligne-claire, die hier genutzt wird; auch die Setzung der Panels in unterschiedlichen Formaten und die Zoom-Effekte arbeiten der verblüffenden Wirkung zu. Mit scheinbar einfachsten Mitteln Kinder in eine so raffinierte Geschichte hineinzuziehen, ist eine ganz besonders schöne buchkünstlerische Leistung!

Dominique Moldehn

Dominique Moldehn

rezensiert für den Borromäusverein.

Das rote Buch

Das rote Buch

Barbara Lehmann
atlantis (2021)

[40] Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 605602
ISBN 978-3-7152-0832-9
9783715208329
ca. 19,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 5
Systematik: KK
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