Meitsch
Die Schweizer Künstlerin Graziella Contratto, vor allem bekannt als Dirigentin, legt hier ihr literarisches Debüt vor. Sie erzählt unter Aufgreifen autobiographischer Erlebnisse die Geschichte vom Aufwachsen eines jungen Mädchens in einem Schweizer
Dorf. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Musik. Die Ich-Erzählerin stammt aus der Familie eines italienischen Einwanderers, der sich in einem Schweizer Dorf niedergelassen hat, und der es schafft, der Familie ein bescheidenes, aber sicheres Leben zu gewährleisten. „Das ist rechtens“ oder „Wenn man bedenkt“ bilden die sich wiederholenden Kommentare der Erzählerin, wenn der Leser mit ihr durch die Jahreszeiten schreitet und die wiederkehrenden jährlichen christlichen und weltlichen Feste mitverfolgt. „Meitsch“, vielleicht so etwas wie Mädchen, erzählt in kräftigen Farben und bunten Bildern mit einer großen Portion Humor vom Alltagsleben, geprägt von einer Reihe von Bräuchen, kirchlichen oder auch z.B. Fasnachtsspielen. Und im Zentrum: die Musik. Für eine Dirigentin nicht weiter verwunderlich. Allen Büchereien sehr empfohlen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Meitsch
Graziella Contratto
Atlantis Literatur (2026)
176 Seiten
fest geb.