Die Waffenhändlerin

Laut Verlagsangabe hat die unter dem treffenden Pseudonym Staal (zu deutsch Stahl) firmierende holländische Autorin hier weitgehend ihre eigene Geschichte erzählt, die Geschichte einer international operierenden Waffenhändlerin, die lange Jahre Die Waffenhändlerin vor allem mit Repräsentanten instabiler Länder, mit Diktatoren, Warlords oder gewöhnlichen Kriminellen ihre gefährlichen und todbringenden Geschäfte machte. Mittlerweile ist sie nach dem Tod ihres Chefs aus dem "Handel mit Verteidigungsmaterial" (S.100) ausgestiegen und versucht nun, ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter eines kleinen Mädchens gerecht zu werden. Und so finden sich leckere Kuchenrezepte neben der Beschreibung von diversen Waffen, der Versuch, die Tochter zu friedfertigem Umgang mit einer gemobbten Mitschülerin zu bewegen, kontrastiert mit brutalen Gewaltszenen aus ihrem früheren Leben. Vor allzu großer moralischer Entrüstung sollte sich der Leser hüten: Eva Maria Staal praktiziert in ihrem preisgekrönten Roman im Kleinen lediglich, was internationale Rüstungskonzerne mit Billigung ihrer (demokratischen) Regierungen im Großen tun. Und die Rechtfertigung beider für ihren skrupellosen Handel mit dem Tod sind völlig identisch: "We sell freedom". Insofern ein provokativer und zum Nachdenken anregender Tatsachenroman, sehr realistisch in einer knallhart emotionslosen, manchmal rüden Sprache erzählt. (Übers.: Ilja Braun)

Die Waffenhändlerin

Die Waffenhändlerin

Eva Maria Staal
Arche (2013)

251 S.
fest geb.

MedienNr.: 574942
ISBN 978-3-7160-2688-5
9783716026885
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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