Hunger

Ein junger Mann vegetiert Ende der 80er Jahre des 19. Jh. in der norwegischen Hauptstadt Kristiania (heute Oslo) dahin. Weil er vergeblich versucht, seine Artikel bei verschiedenen Redaktionen zu verkaufen, ist er bald finanziell am Ende, kann seine Hunger Unterkunft nicht mehr bezahlen und muss ums nackte Überleben kämpfen. Der Hunger quält ihn, er zwingt sich einmal, an Kienspänen zu lutschen, und will in seiner Not sogar die Knöpfe an seinem Rock versetzen. Eines Tages wird er von der Polizei mitgenommen und muss eine Nacht in einer Zelle verbringen. In seinem Debütroman von 1890 lässt der Dichter die Leser:innen an der Gedanken- und Innenwelt eines sozial auf der tiefsten Stufe Angekommenen teilnehmen. Hunger bedeutet Traurig- und Wehrlosigkeit, Demütigung, Verzweiflung und Einsamkeit. Am Ende bekommt er doch noch Arbeit auf einem nach England steuernden Schiff. "Draußen am Fjord richtete ich mich auf, feucht von Fieber und Mattigkeit, sah zum Land hinüber und sagte für dieses Mal der Stadt Lebewohl, der Stadt Kristiania, wo die Fenster so hell in allen Häusern leuchteten." Knut Hamsuns Erstlingswerk macht ihn schlagartig bekannt und berühmt. 1920 erhält er den Nobelpreis für Literatur.

Berthold Schäffner

Berthold Schäffner

rezensiert für den Borromäusverein.

Hunger

Hunger

Knut Hamsun ; aus dem Norwegischen von Julius Sandmeier
Anaconda (2023)

222 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 613445
ISBN 978-3-7306-1216-3
9783730612163
ca. 7,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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