The Ever King
Im Prolog wird vom Beginn des schwelenden Konflikts zwischen Erd- und Meerfae erzählt: Livia, Prinzessin der Erdfae kümmert sich um Eric, den von ihrem Vater gefangenen Prinzen der Meerfae, erzählt ihm die Geschichte vom Singvogel und der Schlange
und erhält am Ende von ihm sein Amulett der Macht. Im Gegenzug schenkt sie ihm ihren silbernen Singvogel-Anhänger. Da sind beide noch Kinder. 10 Jahre später überfällt Eric die Erdfae, raubt Livia und nimmt sie mit in sein Reich. Eric, grausam, muskulös, mit Narben übersät, gnadenlos gegenüber seinen Feinden und gnadenlos besitzergreifend, kann durch sein Blut töten oder heilen. Er weckt hemmungslose sexuelle Leidenschaft in Livia, stolz, schön und voll Mitgefühl für Leidende. Sie besitzt die Magie einer Erdheilerin. Damit sind die Rollen klar und die Autorin hat die spannende Handlung darum herum arrangiert. Gerne beschreibt sie den inneren Konflikt Livias, die zwar Eric verabscheut und gleichzeitig von seinen detailliert dargestellten sexuellen Verführungskünsten angezogen wird, vor allem als sie unter seiner grausamen Schale den weichen Kern entdeckt. Die Prototypen des attraktiven Mannes (muskelbepackt und grausam) und der attraktiven Frau (schön und empathisch) schienen der Vergangenheit anzugehören. Hier feiert dieses Klischee seine Rückkehr. Und damit liegt dieser Roman voll im Trend der aktuell beliebten New Adult Literatur und bedient die Erwartungen der Leserschaft des Genres Romantasy. Kaum haben sich beide zu ihrer Liebe bekannt, werden sie grausam getrennt. Denn neben viel Loyalität spielen auch Intrigen am Königshof eine wichtige Rolle neben immer wieder neuen sexuellen Aktivitäten, die in ihrer detaillierten Darstellung der Fantasie nichts mehr übrig lassen. Fortsetzung im zweiten Band. Die Autorin versteht ihr Handwerk, was ihren Erfolg begründet und was sich vermutlich in Verleihzahlen ausdrückt. Fraglich ist, ob man ihr Bild der Geschlechterrollen unterstützen sollte.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
The Ever King
LJ Andrews ; Deutsche von Maike Claußnitzer
blanvalet (2026)
544 Seiten
kt.