Die verbannte Macht
In Ombrazia werden die sieben Heiligen verehrt, die magische Kräfte besaßen und das Land gegründet haben. Noch heute gibt es Nachfahren von ihnen, die ihre magischen Kräfte besitzen. Nur den Magiebegabten ist es erlaubt, öffentliche Ämter zu
übernehmen und in herrschende Positionen zu kommen. Die normalen Menschen werden unterdrückt und müssen sich mit einfachen Tätigkeiten zufriedengeben. Nur aus den Reihen der normalen Menschen werden außerdem die Soldaten für den Krieg mit dem Nachbarstaat rekrutiert. Viele werden zum Dienst gezwungen und kehren nie zurück. Roxanna hasst diese Verhältnisse. Bei ihr hat sich zwar selbst spät noch eine magische Gabe gezeigt, aber sie will nicht zur Oberschicht gehören. Zusammen mit anderen organisiert sie den Widerstand gegen das System. Dann trifft sie Damian wieder, eine Jugendliebe, der es lebend aus dem Krieg zurück geschafft hat. Nach einem Vorfall hasst sie ihn zwar immer noch, will aber für die Rebellion einen Nutzen daraus ziehen, dass er als Sicherheitschef im Herrscherpalast arbeitet. Doch dann geschieht im Palast ein Mord. Damian und Roxanna arbeiten zusammen und stellen fest: Es ist nicht nur die Rebellion, es läuft auch eine Verschwörung gegen die Herrscher. Wird das Land ins Chaos stürzen? Die Geschichte hat ein spannendes Setting und thematisiert gut die Ungerechtigkeit zwischen Magiebegabten und normalen Menschen. Durch die Rebellion und die Verschwörung wird durchgehend eine hohe Spannung aufrechterhalten, die mit immer neuen Details und Wendungen ausgeschmückt ist. Damian und Roxanna sind zwei spannende Charaktere, die auch eine einfühlsame Entwicklung durchmachen. Alles in allem eine Empfehlung. Das Ende ist eher offen und lässt eine spannende Fortsetzung erwarten.
Julian Schirm
rezensiert für den Borromäusverein.
Die verbannte Macht
M. K. Lobb ; ins Deutsche übertragen von Katrin Reichardt
LYX (2023)
Seven faceless saints
446 Seiten
kt.