Leib und Seele
Wenn man bedenkt, dass in der Vergangenheit Henker und Scharfrichter – aufgrund ihrer Tätigkeiten – die besseren Anatomen waren als die ersten Chirurgen, dann ist in den letzten Jahrhunderten doch einiges passiert. Von Aderlässen und Amputationen
ohne Narkose zu Gentherapien und Schlüsselloch-OPs – die Medizin hat sich enorm entwickelt. Doch es gibt verblüffende Kontinuitäten und Traditionslinien, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert haben. Was macht uns krank? Welchen Einfluss hat die Seele auf unseren Körper? Lässt sich Gesundheit durch Lebensstil oder Ernährung aktiv beeinflussen? Kenntnisreich und sehr anschaulich führt der Autor die Lesenden durch die Menschheits- und Medizingeschichte. Lebensnah und manchmal blutig erzählt er von Helden der Medizin, vergessenen Dramen und erstaunlichen Entdeckungen, ohne die die Welt heute anders aussähe. – Ein sehr gelungenes Buch, das die Ideen und Weltanschauungen hinter der medizinischen Praxis erklärt. Für alle Bestände gerne empfohlen.
Jutta Weber
rezensiert für den Borromäusverein.
Leib und Seele
Werner Bartens
Rowohlt Berlin (2025)
523 Seiten : Illustrationen
fest geb.