Das Sterben der Demokratie
Das Autorenduo, ein international bekannter Sicherheitsexperte und ein renommierter Journalist, sieht die "illiberale Demokratie" auf dem Vormarsch. Diese autoritären Tendenzen seien allerdings nicht gleichzusetzen mit Diktatur oder Faschismus. Auch
wenn Rechtspopulisten keinen gewaltsamen Umsturz planten, so bedeute eine Durchsetzung ihrer politischen Vision dennoch das Ende der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Im Hauptteil wird detailliert untersucht, wie die rechtspopulistische Agenda in vier europäischen Ländern (Ungarn, Italien, Niederlande, Frankreich) und in den USA verfolgt wird oder bereits umgesetzt wurde. So könnten sich die USA unter dem "Möchtegern-Faschisten" Trump hin zu einer Autokratie entwickeln. Die beiden relativ knapp gehaltenen Schlusskapitel beschäftigen sich mit dem Aufstieg der AfD und ihrem Führungspersonal sowie mit der Frage, welche Gegenstrategie geeignet sein könnte, eine weitere Erosion des Vertrauens vieler Bürger in die staatliche Handlungsfähigkeit zu verhindern. – Diese differenzierende, ausgewogene und gut lesbare Untersuchung zu einem höchst aktuellen und grundlegenden Problem der Gegenwartspolitik verdient eine breite Empfehlung.
Johann Book
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Sterben der Demokratie
Peter R. Neumann; Richard C. Schneider
Rowohlt Berlin (2025)
218 Seiten
fest geb.