Wild

Plötzlich ist das Baby im Wald und lernt alles von den Tieren: sprechen von den Vögeln, essen von den Bären, spielen von den Füchsen. Das Mädchen hat keine Eltern, aber es fehlt ihm an nichts. Bis es eines Tages von Menschen gefunden wird, die Wild es erziehen wollen. Das Unheil nimmt seinen Lauf ... Die "wilden Kinder" haben seit jeher für Faszination, Spekulationen und auch romantische Verklärungen gesorgt. Auch den jungen Betrachtern dieses Bilderbuches dürfte das dargestellte Leben im Wald gefallen. Der Einbruch der Zivilisation ins Leben des Mädchens ist hart und gewaltsam, sie reagiert auch gewalttätig darauf. Ihr Unglück und ihr Zorn sind verständlich - eine zerstörerische Kinderfantasie, der sich wohl jedes Kind auch einmal hingibt. Dies wird in den Bildern sehr empathisch behandelt: auf die spielerisch-verschnörkelten Szenen in der Wildnis folgen grobe Bilder der Verwüstung. Vielleicht fällt die Darstellung zu verklärend aus; unseren behütet aufwachsenden Kindern könnte hier jedoch ein Ventil gezeigt werden: ein Traum vom Leben ohne Eltern, umgeben von Wildnis und umsorgt von den Tieren.

Dominique Moldehn

Dominique Moldehn

rezensiert für den Borromäusverein.

Wild

Wild

Emily Hughes
Fischer Sauerländer (2015)

[18] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.

MedienNr.: 580413
ISBN 978-3-7373-5121-8
9783737351218
ca. 14,99 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 5
Systematik: KK
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