Und dann ist Frühling!
Gegen Ende des Winters, wenn es nicht mehr so kalt ist, sehnt man sich den Frühling herbei. Täglich gehen ein Junge und sein Hund hinaus in den Garten und begutachten, was sich da tut. Viel mehr als säen und warten können sie nicht, aber dies scheint
auch notwendig zu sein, um die Vorfreude auf den Frühling auszukosten. In einem Buch zum Thema "Warten" passiert naturgemäß nicht viel: beobachten, die Erde vorbereiten, lauschen, eine Schaukel installieren, Blumentöpfe schleppen. Aber in diesen so beschaulichen Tätigkeiten liegt auch ein Erkenntnisgewinn; gerade wenn die Natur noch zu schlafen scheint, ist in dem Wenigen, was sie bietet, allerhand zu entdecken. Spärlich wird dies in den einsilbigen Sätzen angesprochen. Aber auch in den zarten Zeichnungen wird viel Raum gelassen für das, was dieses Bilderbuch vermitteln will: große braune Flächen, riesige Wolkenfelder, dünnes Geäst - diese reduzierte und fragile Zeichensprache bildet die Haltung ab, mit der man im Vorfrühling lebt: sehnsuchtsvoll, geduldig, voller Hingabe an das, was schon da ist und sich bald verwandeln wird. Sehr gerne empfohlen!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Und dann ist Frühling!
Julie Fogliano. Mit Bildern von Erin E. Stead
Fischer Sauerländer (2015)
[16] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4