Anna und die Wut
Anna hat ein Problem: Sie wird sehr schnell wütend, und wenn die Wut sie überrollt, dann ist diese riesengroß. Dann kreischt, flucht, stampft, spuckt und tritt Anna und manchmal wirft sie sich auf den Boden und schlägt um sich. Gegen diese Wut
kann Anna sich nicht wehren und wer in ihrer Nähe ist, bekommt diese Wut ab. Manchmal tut Anna sich in ihrer Wut auch selbst weh. So kommt es, dass andere Kinder sie auslachen und nicht mit ihr spielen wollen. Mama ist der Meinung, dass Anna die Wut runterschlucken soll. Papa meint, dass Anna lernen muss, der Wut aus dem Weg zu gehen. Doch beides tut Anna nicht gut. Als Opa zu Besuch kommt, hat er ein Geschenk für Anna dabei: eine Trommel, auf der Anna trommeln kann, wenn die Wut kommt. Ob diese Trommel Anna helfen kann? – Die Zeichnungen im Comicstil sind zum Großteil in Grün- und Blautönen koloriert. An den Stellen, an denen Anna wütend wird, ist das anders: je größer Annas Wut ist, umso mehr Rot ist im Bild zu sehen. Die Illustratorin zeigt sehr detailreich auf, wie sich die Wut bei Anna aufbaut. Auf den letzten Seiten kommen – sehr passend zum Text – noch mehr Farben dazu. – Die Neuauflage dieses Klassikers (erstmals 1990: dnb/BP 91/167) zeigt kindliche Wut ganz ungeschönt so, wie sie ist. Text und Bild ergänzen sich sehr gut und machen Annas Wut für die Lesenden fühlbar. In der Geschichte selbst fehlen Gespräche mit Anna, ein Herausfinden, was hinter der Wut steckt und ein Angebot an hilfreichen und passenden Strategien. Das Buch bietet genau hierfür einen guten Gesprächsanlass, denn das Gefühl Wut kennt jedes Kind und jedes Kind braucht Werkzeuge, um die Wut zu bewältigen.
Ulla Hittmeyer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Anna und die Wut
Christine Nöstlinger ; mit Illustrationen von Anke Kuhl
Fischer Sauerländer (2025)
37 Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4