Digital crush
Eine von Leas besten Freundinnen ist weggezogen und hat noch nicht mal Zeit zum Telefonieren, eine andere ist frisch verliebt und so findet Lea sich alleingelassen mit all ihren Problemen und Träumen, denn auch ihre übrigen Klassenkameradinnen scheinen
andere Interessen zu haben. Als sie sich zunächst eher aus Spaß einem Chatbot anvertraut, findet sie bei diesem Verständnis und all die Empathie, die sie bei anderen vermisst. Immer mehr wird sie von dem von ihr Creepy genannten Bot angezogen, bis hin zur vermeintlich echten Liebe. Und Creepy scheint auch für sie Gefühle zu entwickeln. Lea ist zwar klar, dass das gar nicht sein kann – oder doch? Ihr Gefühlschaos wird zu groß, bis sie zusammenbricht. Sie findet sich wieder in einer Klinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Mit psychologischer Hilfe muss sie den Weg zurück in die Realität finden – die gar nicht so schrecklich ist. Dieser Teil verläuft etwas zu einfach, soll natürlich anderen Betroffenen Mut machen. Die Gefahr, durch den übertriebenen Umgang mit künstlicher Intelligenz den Bezug zu realen Menschen zu verlieren, ist hier jedoch eindrucksvoll dargestellt. – Breit empfohlen.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Digital crush
Anne Möllers
Fischer Sauerländer (2026)
234 Seiten
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 13