111 Orte in Namibia, die man gesehen haben muss
Es ist die Mischung aus Alltäglichem und Abgelegenem, die den Reiz der bekannten Reihe der "111 Orte …" ausmacht, und dieser Band zu Namibia ist keine Ausnahme. Die Autorin, die selbst als Reiseveranstalterin in Namibia arbeitet (eine doppelseitige
Anzeige für ihre Dienste findet sich im Band), hat ein durchaus gutes Händchen. Verlassene und halbverlassene Orte, Naturschauspiele, ein Wurzelschnitzer; man findet in dem Band einige Örtlichkeiten, die so sicher nicht in herkömmlichen Reiseführern zu finden sind. Positiv hervorzuheben sind etliche Orte und Hinweise auf den Genozid an Herero und Nama durch die deutschen Kolonialtruppen, auch wenn manche Formulierung von einem Historiker so sicher nicht getroffen worden wäre und allgemein die deutsche Kolonialzeit differenziert, aber vielleicht eine Spur zu schön dargestellt wird – "zielgruppenorientiert", möchte man resignierend hinzufügen. Wer als deutscher Tourist nach Namibia reist, will sich sicher nicht zu sehr mit solchen Dingen befassen. Alles in allem liegt hier ein solides Reisebuch zu einem faszinierenden, viel zu wenig bekannten Land im Süden Afrikas vor. Büchereien mit entsprechenden Reiseschwerpunkten empfohlen.
Friedrich Röhrer-Ertl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
111 Orte in Namibia, die man gesehen haben muss
Petra Bauer ; mit Fotografien von Paul Albrecht und Philipp Martius
emons: (2025)
232 Seiten : zahlreiche Illustrationen (farbig), Karten
kt.