Crystal.klar
Dominiks Lebensweg scheint vorgezeichnet: Nach einem erfolgreichen Realschulabschluss fängt er eine kaufmännische Lehre an. Doch mit seiner Freiheit kann er nicht gut umgehen. Seine neuen Freunde verbringen ihre Freizeit auf Drogenpartys und schon
bald ist Dominik Kopf einer Dealer-Bande. Der Absturz folgt jäh und dennoch ist die darauffolgende langjährige Haft eine Stufe zu seiner Rettung. Eine Graphic Novel als autobiografische Lebensbeichte: Ohne sich aus der Verantwortung zu stehlen, schildert der Autor seine Rolle im Drogen-Milieu, seine lebensgefährlichen Exzesse und seinen Ausstieg aus der Sucht. Die Gewalterfahrungen werden von den Illustrationen detailliert eingefangen, obgleich der weiche Strich der Figuren die Szenen eher abmildert, als ihnen Kontur zu verleihen. Dennoch liegt hier eine beeindruckende, mahnende Schilderung vor, die (wie schon eine frühere Buchausgabe) zur Suchtprävention herangezogen werden kann. Insbesondere das Engagement des Autors an Schulen ist hervorzuheben, wovon im Anhang positive Zuschriften von Schülern, Eltern und Lehrern Zeugnis geben. Um den Kontakt mit Jugendlichen herzustellen, werden alle für sie relevanten Medien und Foren genutzt, was dem Autor hoch anzurechnen ist.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Crystal.klar
Forster ; Dinter ; Richter
Panini Comics (2020)
141 Seiten : farbig
fest geb.