Lugosi
In Rückblenden wird die Lebensgeschichte des ungarischen Schauspielers Béla Blaskó aufgerollt, der sich später nach seiner Geburtsstadt Lugosi benannte. Aufgrund seiner Drogenabhängigkeit lässt sich der alternde Schauspieler 1955 in ein Schauspielerhospital
einweisen, wo er sich an seine Anfänge und seinen späteren Werdegang erinnert. Von den Konflikten mit den Eltern aufgrund seines Schauspielerwunsches über zahlreiche Ehen und Affären bis zum Durchbruch am Theater und später im Kino in der Rolle des Vampirs Graf Dracula reicht die erste Hälfte. Da Lugosi nicht mit Geld umgehen konnte, unter Selbstüberschätzung litt und aufgrund einer Kriegsverletzung ständig Drogen zur Schmerzmilderung benötigte, begann sein Abstieg in die B- und C-Pictures-Region. Ebenso wird die stete Konkurrenz zu „Frankenstein“-Akteur Boris Karloff thematisiert. Während Lugosi stets behauptete, die Rolle aufgrund der hinderlichen Maske abgelehnt zu haben, vertritt die Comicbiografie die Version, das Universal-Studio habe ihn ausgetauscht. In stimmiger Schwarz-Weiß-Grafik entwarf Koren Shadmi einen facettenreichen Blick auf die Schattenseiten von Ruhm und Glamour, die zu Armut und Wahn führten. Lugosis Stummfilmphase überspringt er dabei ebenso wie er die Verwertung der letzten Aufnahmen im Trash-Kultfilm „Plan 9 from Outer Space“ als bekannt voraussetzt. Für größere Bestände.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
Lugosi
Koren Shadmi ; Übersetzung: Claudia Kern
Panini Comics (2022)
154 Seiten : teilweise farbig
fest geb.