Einstein
Mit der Veröffentlichung der Relativitätstheorie zu Beginn des 20. Jh. hat der in Ulm geborene Albert Einstein die theoretische Physik revolutioniert und auf eine völlig neue Grundlage gestellt. In einer umfangreichen Graphic Novel zeichnen die
beiden Autoren den Lebensweg dieses außerordentlich bekannten und bedeutenden Wissenschaftlers des 20. Jh. nach; der Schwerpunkt liegt dabei auf der Zeit bis zur Emigration Einsteins in die USA zu Beginn der 30er Jahre. Inhaltlich fokussieren sich die Autoren dabei einmal auf das spannungsreiche Privatleben Einsteins, der ab Anfang der 20er Jahre nach der Scheidung von seiner ersten Frau Mileva Maric mit seiner Cousine Elsa Löwenthal verheiratet war und wiederholt Affären mit anderen Frauen hatte. Im Familienalltag war Einstein eher wenig präsent, da er vor allem über seinen wissenschaftlichen Theorien zur Teilchen- und Quantenphysik brütete. Diese im Austausch mit anderen Physikern der Zeit formulierten und oftmals auch wieder verworfenen feinsinnigen und abstrakten Gedanken bilden einen zweiten Schwerpunkt der Darstellungen in der Bilderzählung und verlangen dem Lesenden einiges an Konzentration und Durchhaltevermögen ab, um den Erkenntnisfortschritt in der Physik im ersten Drittel des 20. Jh. zu begreifen. Dass Einstein ein überzeugter Pazifist war und dem Sozialismus nahestand, wird ebenfalls punktuell deutlich. Die inhaltlich anspruchsvolle Graphic Novel sollte nur in großen Beständen angeboten werden.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Einstein
geschrieben von Jim Ottaviani ; gezeichnet von Jerel Dye ; Übersetzung: Sandra Kentopf
Panini Comics (2022)
279 Seiten : farbig
fest geb.