Die Seelen, die uns brauchten
Das Verhältnis mancher Menschen zu ihren Haustieren ist nicht immer unproblematisch. Viele Tiere können kein artgerechtes Leben führen, werden vergessen, manchmal ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben. Diese Graphic Novel widmet sich in 20 Kapiteln
diesen Tierschicksalen, die hauptsächlich auf gedankenloses Konsumverhalten zurückzuführen sind. In allen Erzählungen erscheint der Tod als liebevolle Figur, die das Tier von seinem Leiden erlöst. In den anschließenden Texten wird diese Situation nochmals erklärt und korrektes Verhalten angemahnt. So wichtig das Thema ist, so unangemessen ist die zeichnerische Behandlung. Die Bilder greifen den bei Jugendlichen beliebten Fantasy- und Manga-Stil auf, ohne dass eine persönliche Handschrift zum Ausdruck käme. Hier wird mit Kitsch auf Rührseligkeit gesetzt, was die Leser:innen (unbeabsichtigt) eher noch von der Problematik entfernen wird, als in ihnen Empathie zu wecken. Solch ein Band wird kein Tier retten und kein qualvolles Tierschicksal verbessern – ein verschenktes Thema!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Seelen, die uns brauchten
Jenny Jinya ; Übersetzung: Jenny Hefczyc
Panini Comics (2025)
Loving reaper
223 Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 12