Opa und der Eisvogel
Im Frühling sitzen der Ich-Erzähler und sein Opa gemeinsam im Boot auf einem kleinen Fluss. Sie entdecken einen Eisvogel. Der Großvater ermuntert das Kind, achtsam zu sein und genau hinzusehen. Bald kommt ein zweiter Eisvogel hinzu. Im Lauf des
Jahres beobachten die beiden mehr Einzelheiten im Leben dieser Vögel, in der Natur und im Leben allgemein. Dann bringt der Junge einen neuen Gedanken ins Spiel und fragt, ob er und sein Opa für immer zusammenbleiben werden. Das veranlasst den alten Mann, behutsam über den Kreislauf des Lebens, über Werden und Vergehen zu sprechen. Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Eisvogel-Eltern sind gestorben, der Ich-Erzähler ist sehr betrübt. Vielleicht ahnt er schon, dass der Großvater langsam Abschied vom Leben nimmt und dass er im nächsten Frühling allein einen Eisvogel beobachten wird. – Kein sentimentales Abschiednehmen, keine falschen Hoffnungen und schon gar keine düstere Schwere prägen den Grundton dieses Werkes über Werden und Vergehen. Die bunten Zeichnungen bestechen durch besondere Perspektiven und trösten durch ihre einzigartige Bildsprache. Der kindgerechte Text hilft, den Lebenszyklus zu verstehen und Verlust zu verarbeiten.
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Opa und der Eisvogel
Anna Wilson ; Sarah Massini ; aus dem Englischen übersetzt von Sophie Zeitz
Loewe (2024)
[40] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4